BU: Digitale Zwillinge begleiten Logistikprojekte bei Unitechnik von der Planung bis in den laufenden Betrieb. Foto: Unitechnik
Ein Digitaler Zwilling Logistik beschreibt längst nicht mehr nur ein virtuelles Abbild einer Anlage. In modernen Intralogistikprojekten wird daraus ein kontinuierlicher Begleiter, der von der ersten Idee bis in den operativen Alltag hinein wirkt. Genau diesen Ansatz verfolgt Unitechnik. Auf der LogiMAT 2026 in Stuttgart zeigt das Unternehmen, wie digitale Zwillinge als verbindendes Element zwischen Planung, Umsetzung und Betrieb eingesetzt werden – mit spürbaren Effekten für Projektsicherheit, Softwarequalität und Prozessstabilität.
Wer heute eine neue Logistikanlage plant, bewegt sich in einem Spannungsfeld aus steigender Komplexität, hohem Zeitdruck und knappen Ressourcen. Layouts werden dichter, Prozesse dynamischer, Softwarearchitekturen umfangreicher. Gleichzeitig wächst der Anspruch, dass neue Anlagen vom ersten Betriebstag an zuverlässig funktionieren. Digitale Zwillinge schaffen hier eine neue Qualität der Vorbereitung. Sie erlauben es, Logistiksysteme virtuell aufzubauen, Abläufe zu simulieren und Steuerungslogik zu testen, lange bevor reale Technik installiert ist.
Weitere Informationen zum Thema Lagerlogistik: Logistikzentrum Alsfeld als Motor für moderne Intralogistik: NORDWEST und Rhenus setzen auf neue Strukturen und Arbeitswelten
Virtuelle Modelle schaffen Sicherheit vor dem ersten Handgriff
Bei Unitechnik beginnt der Einsatz digitaler Zwillinge bereits in der frühen Projektphase. Virtuelle Modelle ermöglichen es, zukünftige Logistikzentren begehbar zu machen, Arbeitsplätze zu prüfen und Materialflüsse sichtbar darzustellen. Kunden können ihre Anlage in einer virtuellen Umgebung erleben und Anpassungen vornehmen, bevor bauliche oder technische Entscheidungen finalisiert werden. Parallel dazu zeigen Simulationen, wie sich Durchsatz, Pufferkapazitäten oder Verkehrsströme entwickeln könnten und wo potenzielle Engpässe entstehen.
Auf dieser Basis lassen sich Layoutvarianten bewerten und optimieren, ohne reale Kosten zu verursachen. Die digitale Planung wird so zu einem integralen Bestandteil der Projektarbeit. Sie reduziert Risiken, erhöht die Transparenz und schafft eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage für alle Beteiligten.

Vom Projektwerkzeug zum betrieblichen Begleiter
Die Rolle des digitalen Zwillings endet bei Unitechnik jedoch nicht mit der Inbetriebnahme. Während der Realisierung kommen Emulatoren zum Einsatz, die Steuerungstechnik, Materialflussrechner und das Lagerverwaltungssystem UniWare in einer realitätsnahen Umgebung abbilden. Software kann unter nahezu echten Bedingungen getestet werden, ohne dass reale Fördertechnik oder Regalbediengeräte bereits vorhanden sein müssen.
Dieser Ansatz zahlt sich besonders bei komplexen Anlagen und Modernisierungen aus, bei denen Eingriffe in den laufenden Betrieb mit hohen Risiken verbunden wären. Michael Huhn, Vertriebsleiter bei Unitechnik, beschreibt diesen Vorteil so: „Ein Test an der physischen Anlage ist mit hohem Aufwand und Risiken verbunden. Daher ist die Nutzung des digitalen Zwillings eine ideale Methode, existierende Systeme nachzubilden und zu testen, ohne die reale Anlage anzufassen.“
Damit wird der digitale Zwilling zu einem zentralen Instrument der Qualitätssicherung. Fehler lassen sich frühzeitig erkennen, Softwareanpassungen sicher erproben und Inbetriebnahmen deutlich verkürzen.
Weitere Informationen zum Thema Lagerlogistik: Omnichannel-Logistik als integriertes System: Wie Axfood und WITRON in Bålsta neue Strukturen schaffen
Der „doppelte Zwilling“ im Logistikzentrum
Im laufenden Betrieb entwickelt sich der digitale Zwilling weiter zu einem permanent mitlaufenden Modell der realen Anlage. Unitechnik spricht hier vom „doppelten Zwilling“. Einerseits dient er weiterhin als internes Werkzeug für Projekt- und Serviceaufgaben. Andererseits wird er für Kunden zu einem operativen Hilfsmittel, das Transparenz schafft und Optimierungen unterstützt.
Das Echtzeitmodell spiegelt kontinuierlich Ladungsträger, Bestände und relevante Statusdaten und gleicht sie mit der physischen Anlage ab. Änderungen an Prozessen oder Steuerungslogik können zunächst im digitalen Abbild unter Live-Bedingungen geprüft werden, bevor sie real umgesetzt werden. Das senkt das Risiko von Störungen und erleichtert die Einführung neuer Funktionen.
Auch Schulungen profitieren von diesem Ansatz. Mitarbeitende trainieren in virtuellen Umgebungen, ohne den laufenden Betrieb zu beeinflussen. Neue Abläufe lassen sich gefahrlos einüben, Störfälle simulieren und Reaktionsstrategien entwickeln. Der digitale Zwilling wird so zum Lernraum für Organisationen, die ihre Logistik kontinuierlich weiterentwickeln wollen.

Transparenz als Grundlage für kontinuierliche Verbesserung
Ein wesentlicher Mehrwert des digitalen Zwillings liegt in der Transparenz. Prozesse werden sichtbar, Abweichungen frühzeitig erkannt und Zusammenhänge nachvollziehbar. Auf dieser Basis lassen sich Optimierungspotenziale systematisch erschließen. Der digitale Zwilling unterstützt damit nicht nur die Stabilität des Betriebs, sondern auch dessen Weiterentwicklung.
Unitechnik verknüpft diesen Ansatz eng mit seinem Lagerverwaltungssystem UniWare, das den digitalen Zwilling als Live-Modell parallel zur realen Anlage betreibt. Bestände, Bewegungen und Systemzustände fließen in das virtuelle Abbild ein und schaffen eine aktuelle, konsistente Sicht auf das gesamte Logistiksystem. Für Betreiber bedeutet das eine neue Qualität der Entscheidungsunterstützung – von der Feinjustierung einzelner Prozesse bis hin zu strategischen Erweiterungen.
Weitere Informationen zum Thema Lagerlogistik: Lagerrobotik und KI in der Intralogistik: KNAPP zeigt auf der LogiMAT 2026 neue Dimensionen automatisierter Systeme
Detailtiefe, Umsetzungssicherheit und langfristiger Nutzen
Der digitale Zwilling steht exemplarisch für Unitechniks Anspruch, digitale Technologien nicht nur projektbezogen einzusetzen, sondern als dauerhaften Bestandteil moderner Logistiksysteme zu etablieren. Planungstiefe, Umsetzungssicherheit und betriebliche Transparenz greifen dabei ineinander. Der virtuelle Begleiter wird zur Schnittstelle zwischen Engineering und Betrieb, zwischen IT und Mechanik, zwischen kurzfristiger Optimierung und langfristiger Strategie.
Diese Herangehensweise passt zum Motto der LogiMAT 2026 „Passion for Details“. Unitechnik zeigt in Stuttgart konkrete Anwendungsbeispiele, die verdeutlichen, wie digitale Zwillinge dazu beitragen, Logistikprozesse robuster, nachvollziehbarer und anpassungsfähiger zu gestalten. Besucherinnen und Besucher können sich in Halle 1 am Stand J21 ein eigenes Bild davon machen, wie der „doppelte Zwilling“ in realen Projekten wirkt – vom ersten Planungsschritt bis zur kontinuierlichen Verbesserung im laufenden Betrieb.




