BU: Mit der innovativen Neuentwicklung „FlexBins“, einer Lösung für unterschiedliche Behältergrößen in AutoStore-Anlagen, integriert Systemintegrator Element Logic zusätzliche logistische Funktionen in AutoStore-Systeme und optimiert damit die Prozesse seiner Kunden. Foto: Element Logic

FlexBins AutoStore steht im Mittelpunkt einer Entwicklung, die die Nutzung von Cube-Storage-Anlagen in der Intralogistik erweitert. Mit der Einführung der Lösung reagiert Element Logic auf eine bekannte Einschränkung klassischer AutoStore-Installationen: die bislang einheitliche Behälterhöhe. Durch die Möglichkeit, unterschiedliche Höhen von 220, 330 und 425 Millimetern innerhalb einer Anlage zu kombinieren, verschiebt sich der planerische Spielraum in Richtung stärker integrierter Materialflüsse.

Der Systemintegrator verfolgt damit das Ziel, zusätzliche logistische Funktionen direkt in bestehende Anlagen zu verlagern. Die technische Grundlage bleibt das bewährte AutoStore-Prinzip, doch die Prozessarchitektur wird flexibler. Für Betreiber bedeutet dies, dass sich Kommissionierung, Zwischenpufferung und Konsolidierung enger miteinander verzahnen lassen.

Ausgangspunkt: Grenzen klassischer Behälterkonzepte

In vielen AutoStore-Projekten zeigte sich in den vergangenen Jahren ein wiederkehrendes Muster. Die Anlagen fungierten zuverlässig als sogenannte Picking Engine, doch bei wachsendem Auftragsvolumen stießen standardisierte Behälterhöhen an praktische Grenzen. Kommissionierte Aufträge überschritten häufig das Volumen der ursprünglichen Lagerbehälter. In der Folge mussten diese Aufträge in nachgelagerten Prozessen gepuffert oder sortiert werden.

Dieser zusätzliche Materialfluss erforderte nicht nur weitere Technik, sondern band auch personelle Ressourcen. Genau hier setzt FlexBins AutoStore an. Die Lösung erlaubt es, kommissionierte Aufträge in höheren Behältern wieder in das System einzuschleusen und dort bis zum Versand zwischenzulagern. Damit verändert sich die Rolle der Anlage von einem reinen Kommissioniersystem hin zu einer integrierten Konsolidierungsplattform.


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Technisches Konzept und Integration

Kern der Entwicklung ist die Fähigkeit, gemischte Behälterhöhen innerhalb eines Systems zu verwalten, ohne die Prozessstabilität zu beeinträchtigen. Element Logic hat die Lösung zunächst Mitte 2024 in mehreren Pilotprojekten umgesetzt. Diese Projekte waren auf konkrete Anforderungen der Auftragskonsolidierung zugeschnitten und dienten als Validierungsumgebung.

Im praktischen Betrieb zeigte sich, dass die Nutzung gemischter Behältergrößen nicht nur die Rücklagerung ermöglicht, sondern auch zusätzliche Prozessvarianten eröffnet. So lassen sich Picking-, Kitting-, Staging- und Buffer-Aufgaben innerhalb derselben Infrastruktur abbilden. Gleichzeitig bleibt die Handhabung der Warenströme einheitlich, da weiterhin die AutoStore-Roboter sämtliche Behälter bewegen.

Bemerkenswert ist, dass in den Pilotinstallationen sogar kommissionierte Aufträge aus manuellen Lagerbereichen in das System integriert wurden. Damit verschiebt sich die Funktion des Cube-Systems weiter in Richtung eines zentralen Materialflussknotens.

Nachrüstung und Skalierung im Bestand

Nach umfangreichen Tests gemeinsam mit AutoStore hat Element Logic die Lösung inzwischen in drei Anlagen produktiv umgesetzt. Nach Unternehmensangaben arbeitet das System dort stabil im Regelbetrieb. Auf Basis dieser Erfahrungen wurde FlexBins AutoStore in das Standardangebot des Integrators aufgenommen.

Ein wesentlicher Aspekt ist die Kompatibilität mit bestehenden Installationen. Die Lösung kann nachgerüstet werden, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen. Für Betreiber mit gewachsenen AutoStore-Strukturen eröffnet dies die Möglichkeit, zusätzliche Funktionen schrittweise zu integrieren, ohne eine vollständige Neuplanung vornehmen zu müssen.


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Einordnung in die Entwicklungsstrategie

FlexBins AutoStore ist nicht die erste Erweiterung, mit der Element Logic die Funktionalität von Cube-Systemen erweitert. Bereits zuvor hatte das Unternehmen Lösungen wie AutoCase für automatisierte Kartonprozesse, Transferzellen für die direkte Behälterübergabe sowie die Robot-Picking-Lösung eOperator zur Stückkommissionierung eingeführt. Mit FlexBins folgt nun eine weitere Prozesskomponente, die stärker auf die interne Materialflusslogik zielt.

Die Entwicklung zeigt eine klare Richtung innerhalb der Intralogistik. Statt isolierter Automatisierungsschritte rücken zunehmend integrierte Systemarchitekturen in den Vordergrund. Betreiber erwarten Lösungen, die bestehende Anlagen nicht ersetzen, sondern funktional erweitern. FlexBins AutoStore ordnet sich genau in diese Bewegung ein.


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Bedeutung für Betreiber und Planer

Für Planer und Betreiber von AutoStore-Anlagen könnte die variable Behälterlogik insbesondere dort relevant werden, wo Auftragsgrößen stark schwanken oder Konsolidierungsprozesse bislang außerhalb des Cube-Systems stattfinden. Die Möglichkeit, unterschiedliche Behälterhöhen innerhalb einer Anlage zu kombinieren, verändert die Freiheitsgrade in der Layoutplanung spürbar.

Gleichzeitig bleibt abzuwarten, in welchem Umfang sich das Konzept in unterschiedlichen Branchen durchsetzt. Die bisherigen Referenzprojekte zeigen jedoch, dass die Nachfrage nach flexibleren Cube-Architekturen wächst. Für die Intralogistik insgesamt ist dies ein weiteres Signal dafür, dass sich Automatisierung zunehmend von starren Systemgrenzen löst und stärker prozessorientiert weiterentwickelt.