BU: Die X6 verarbeitet Wellpappe flexibel – von Kartons im Briefkastenformat bis zu großen Multi-Order-Gebinden. Foto: Packsize

On-Demand-Verpackung ist längst mehr als ein Nischenthema im E-Commerce. Sie entwickelt sich zu einem zentralen Baustein in hochautomatisierten Logistikzentren, in denen Durchsatz, Prozesssicherheit und Ressourceneffizienz gleichzeitig gewährleistet werden müssen. Vor diesem Hintergrund stellt Packsize auf der LogiMAT 2026 in Stuttgart mit der X6 eine automatisierte Verpackungsanlage vor, die gezielt für sehr hohe Sendungsvolumina konzipiert wurde.

Die Messepräsentation in Halle 6 an Stand 6F61 rückt eine Lösung in den Mittelpunkt, die manuelle Packprozesse weitgehend ersetzt und Verpackungen direkt auf Basis digitaler Auftragsdaten erzeugt. Mit einem Durchsatz von bis zu rund 1.500 versandfertigen Kartons oder Trays pro Stunde adressiert die Anlage insbesondere E-Commerce-Standorte und Logistikzentren mit kontinuierlichem 24/7-Betrieb.


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Hochautomatisierte Verpackungsprozesse für 24/7-Umgebungen

Die X6 wurde für Umgebungen entwickelt, in denen Verpackung nicht als isolierter Prozessschritt, sondern als integrierter Bestandteil einer durchgängigen Intralogistik betrachtet wird. Sie verarbeitet Wellpappe bedarfsgerecht und fertigt sowohl aufgerichtete Kartons in gängigen Standardgrößen als auch Trays. Das Spektrum reicht von sehr kleinen Verpackungen im Briefkasten-Format mit Mindestabmessungen von etwa 150 × 100 × 25 Millimetern bis hin zu größeren Gebinden für Multi-Order-Sendungen.

Damit deckt die Anlage sowohl Einzelartikel als auch konsolidierte Versandaufträge ab. Gerade in E-Commerce-Strukturen, in denen Auftragsstrukturen stark variieren, entsteht so eine flexible Lösung, die unterschiedliche Verpackungstypen innerhalb eines Systems abbildet.

Philipp Venjakob, Vice President European Sales bei Packsize, ordnet die Anlage im Marktumfeld ein: „Die X6 zählt zu den leistungsstärksten On-Demand-Verpackungssystemen am Markt“, sagt er.

Die technische Auslegung zielt auf kontinuierliche Verfügbarkeit in stark automatisierten Umgebungen. Automatische Funktionen wie Schneiden, Falten, Kleben, Aufrichten und optionales Etikettieren sind vollständig in den Prozess integriert. Dadurch wird die Verpackung nicht mehr als manuelle Tätigkeit verstanden, sondern als automatisierter Schritt innerhalb einer digital gesteuerten Materialflusskette.

On-Demand-Verpackung: Systemintegration in moderne Intralogistik

Ein wesentlicher Aspekt der On-Demand-Verpackung mit der X6 ist ihre Einbindung in bestehende Systemlandschaften. Die Anlage lässt sich in automatisierte Lager- und Fördertechnik integrieren, darunter Shuttle-Systeme, automatisierte Lager- und Bereitstellungssysteme sowie Konzepte mit autonomen mobilen Robotern und fahrerlosen Transportfahrzeugen.

Über die Packsize-Software PackNet können mehrere Anlagen miteinander vernetzt werden. Gleichzeitig ist eine Kopplung mit Kommissioniersystemen, Lagerverwaltungssystemen oder ERP-Lösungen vorgesehen. Auftragsdaten werden digital übernommen und unmittelbar in maßgeschneiderte Verpackungen umgesetzt. Dadurch wird die Verpackung selbst Teil des datengetriebenen Materialflusses.

Gerade in Hochleistungslogistik-Umgebungen ist diese Integration entscheidend, da Verpackungsprozesse häufig zu Engpässen werden können, wenn sie nicht synchron mit vorgelagerten und nachgelagerten Prozessen arbeiten. Die X6 ist darauf ausgelegt, sich in diese Prozessketten einzufügen und sie nicht zu unterbrechen.


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Reduzierung von Volumen und Materialeinsatz

Ein zentrales Argument für On-Demand-Verpackung liegt in der Reduktion von Leerraum. Durch die passgenaue Fertigung von Kartons verringern sich Hohlräume, die ansonsten mit Füllmaterial ausgeglichen werden müssten. Dies führt zu einer Senkung des Materialverbrauchs und zu einem optimierten Transportvolumen.

Gerade vor dem Hintergrund regulatorischer Entwicklungen wie der EU-Verordnung zur Reduzierung von Verpackungen und Verpackungsabfällen gewinnen solche Ansätze an Bedeutung. Verpackungslösungen müssen künftig stärker auf Ressourceneffizienz und Volumenoptimierung ausgerichtet sein. Eine bedarfsgerechte Fertigung von Verpackungen unterstützt diese Zielsetzung, indem sie überdimensionierte Kartons vermeidet.

Darüber hinaus trägt die Reduktion von Volumen dazu bei, Transportkapazitäten effizienter zu nutzen. Weniger Luft im Paket bedeutet mehr Sendungen pro Transporteinheit. In Zeiten steigender Versandvolumina und gleichzeitig steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit wird dieser Faktor zunehmend relevant.

Skalierbarkeit bei Nachfrageschwankungen

E-Commerce und Logistik sind durch starke saisonale Schwankungen geprägt. Versandvolumina steigen insbesondere in der Vorweihnachtszeit oder während groß angelegter Verkaufsaktionen sprunghaft an. Klassische manuelle Verpackungsprozesse stoßen dabei schnell an personelle Grenzen.

Automatisierte Verpackungsanlagen wie die X6 sind darauf ausgelegt, auch unter Lastspitzen stabil zu arbeiten. Anpassungen an steigende Volumina erfolgen nicht primär über zusätzliches Personal, sondern über technische Skalierung und Systemintegration. Dadurch lassen sich Durchlaufzeiten stabilisieren, selbst wenn sich Auftragszahlen kurzfristig vervielfachen.

Philipp Venjakob beschreibt die Zielmärkte der Anlage folgendermaßen: „Mit der X6 adressieren wir gezielt Hochleistungslogistik und E-Commerce-Umgebungen, in denen Geschwindigkeit, Automatisierung und Nachhaltigkeit gleichermaßen entscheidend sind.“

Neben der Prozessstabilität spielt auch die Reduzierung der Abhängigkeit von Personal eine Rolle. Automatisierte Verpackung kann dazu beitragen, Schwankungen durch Lohnerhöhungen oder krankheitsbedingte Ausfälle abzufedern, indem sie repetitive Tätigkeiten technisch abbildet.


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Erweiterung des Lösungsportfolios

Auf der LogiMAT 2026 informiert Packsize nicht nur über die X6, sondern stellt auch sein erweitertes Lösungsportfolio vor, das aus der Integration von Sparck Technologies unter der Marke Packsize hervorgegangen ist. Damit verfolgt das Unternehmen einen Ansatz, der unterschiedliche Automatisierungsgrade und Verpackungskonzepte innerhalb eines Portfolios vereint.

Packsize ist seit der Einführung seiner On-Demand-Verpackungslösungen im Jahr 2002 international aktiv und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeitende. Der Hauptsitz befindet sich in Salt Lake City, die Europazentrale in Amsterdam. Die Systeme des Unternehmens zielen darauf ab, Verpackungsprozesse entlang der gesamten Lieferkette zu optimieren, von der Lagerung bis zur Auslieferung.

Mit der X6 erweitert Packsize dieses Portfolio um eine Anlage, die speziell auf sehr hohe Versandvolumina und durchgängig automatisierte Intralogistik ausgelegt ist. In einem Marktumfeld, das durch steigende Paketmengen, regulatorische Anforderungen und wachsende Automatisierungsgrade geprägt ist, rückt die On-Demand-Verpackung damit weiter in den Mittelpunkt strategischer Logistikplanung.