BU: Die X6 verarbeitet Wellpappe flexibel – von Kartons im Briefkastenformat bis zu großen Multi-Order-Gebinden. Foto: Packsize

Verpackungsautomatisierung bleibt auch nach der LogiMAT 2026 ein zentrales Thema der Intralogistik. Während sich die Branche Mitte März in Stuttgart auf das breite Spektrum intralogistischer Systeme konzentrierte, richtet sich der Blick nun auf das Test Camp Intralogistics, das am 15. und 16. April 2026 in der Dortmunder Westfalenhalle stattfindet. Packsize hat für die Veranstaltung einen Auftritt an Stand C7 angekündigt und will dort Einblicke in sein Produktportfolio für automatisierte Verpackungsprozesse geben. Die Messe versteht sich als Plattform für praxisnahe Tests, Live-Demonstrationen und Fachgespräche zu aktuellen Entwicklungen in Lager- und Materialflusstechnik.

Der Zeitpunkt ist nicht zufällig. Nach der LogiMAT, die vom 16. bis 18. März 2026 in Stuttgart stattfand, bleibt der Anpassungsdruck in vielen Logistikbereichen hoch. Unternehmen suchen weiter nach Lösungen, mit denen sich Prozesse stabilisieren, Versandspitzen besser bewältigen und Materialeinsätze reduzieren lassen. Das Test Camp Intralogistics setzt an genau dieser Schnittstelle an. Laut Veranstalter steht dort das praktische Erproben ausgewählter Innovationen im Mittelpunkt; angekündigt sind unter anderem Highlight-Touren, Gespräche mit Entwicklerteams und Testmöglichkeiten für neue Systeme der Intralogistik.


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Test Camp Intralogistics als Plattform für anwendungsnahe Technik

Das Profil der Dortmunder Veranstaltung unterscheidet sich in Nuancen von klassischen Hallenmessen. Das Test Camp Intralogistics beschreibt sich selbst als Networking- und Hands-on-Testing-Plattform für Innovationen und neue Entwicklungen der Intralogistik. Für 2026 nennt der Veranstalter den 15. und 16. April als Termin im Dortmunder Messezentrum Westfalenhalle. Im Zentrum steht der Anspruch, Technik nicht nur zu zeigen, sondern sie in einem anwendungsnahen Rahmen erfahrbar zu machen. Das gilt für mobile Robotik ebenso wie für Lagertechnik, Software oder Assistenzsysteme.

Für Packsize ist diese Umgebung passend, weil Verpackungsprozesse in der Praxis selten isoliert betrachtet werden. Sie hängen mit Lagerorganisation, Kommissionierung, Versandsteuerung und Retourenmanagement zusammen. Gerade in E-Commerce-orientierten Strukturen ist die Verpackung längst kein nachgelagerter Schritt mehr, sondern Teil eines eng getakteten Materialflusses. Wenn Unternehmen ihre Versandprozesse neu ausrichten, betrifft das nicht nur die Kartongröße oder die Taktzahl einer Anlage, sondern auch Flächenbedarf, Personalbindung, Datenanbindung und die Frage, wie sich Lastspitzen im Tages- und Jahresverlauf abfangen lassen.


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Packsize zeigt Verpackungstechnik für Logistik und E-Commerce

Packsize hat angekündigt, in Dortmund mehrere Aspekte seines Portfolios zu zeigen. Im Mittelpunkt steht nach Unternehmensangaben die X6, die als automatisierte Verpackungsanlage für unterschiedliche Karton- und Trayformate ausgelegt ist. Das Unternehmen verweist auf einen Durchsatz von bis zu rund 1.300 versandfertigen Einheiten pro Stunde und positioniert das System damit für Umgebungen, in denen hohe Versandvolumina mit variierenden Sendungsgrößen zusammenkommen. Ergänzt werden soll der Auftritt durch Software-Tools und weitere Automatisierungslösungen für unterschiedliche Logistik- und Versandanforderungen.

Damit greift Packsize ein Thema auf, das in der Intralogistik seit Längerem an Bedeutung gewinnt. Die Verpackung soll sich stärker am tatsächlichen Bedarf orientieren, statt standardisierte Volumina mit Füllmaterial zu kompensieren. Für Betreiber von Distributionszentren und Versandstandorten ist das nicht nur eine Frage des Materialeinsatzes. Es geht auch um Fördertechnik, Transportdichte, Versandkosten, Arbeitsplatzgestaltung und die Anpassung an schwankende Auftragslagen. Wer unterschiedlich große Bestellungen mit möglichst wenig manuellem Aufwand verpacken will, muss Verpackungstechnik enger an digitale Prozessketten anbinden.

Warum die passgenaue Verpackung an Bedeutung gewinnt

Der Kern des Packsize-Ansatzes liegt in der bedarfsgerechten Fertigung von Verpackungen. Das Prinzip ist in der Branche nicht neu, gewinnt aber unter veränderten wirtschaftlichen und regulatorischen Bedingungen an Gewicht. Wenn Kartons näher am tatsächlichen Produktmaß gefertigt werden, sinkt in vielen Fällen der Bedarf an Füllmaterial. Gleichzeitig kann das Versandvolumen reduziert werden, weil weniger Leerraum transportiert wird. Für Unternehmen mit großen Stückzahlen sind das operative Faktoren, die über Lagerhaltung, Materialverbrauch und Transportkosten mitentscheiden.

Hinzu kommt die regulatorische Entwicklung. In Europa rücken Vorgaben zur Reduzierung von Verpackungen und Verpackungsabfällen stärker in den Vordergrund. Der Hinweis auf die PPWR ist deshalb in diesem Zusammenhang mehr als eine formale Einordnung. Verpackungslösungen müssen künftig in vielen Unternehmen nicht nur wirtschaftlich tragfähig, sondern auch im Hinblick auf Materialeinsatz und Regelkonformität belastbar sein. Packsize verknüpft seinen Dortmunder Auftritt erkennbar mit dieser Debatte und rückt damit die Verpackungsautomatisierung als Teil einer breiteren Anpassungsbewegung in den Fokus.

Verpackungsautomatisierung: Zwischen Versandspitze und Standardbetrieb

Ein praktisches Problem vieler Versand- und Logistikstandorte bleibt die Volatilität der Nachfrage. Gerade im E-Commerce und in filialbeliefernden Strukturen schwanken die Sendungsmengen zum Teil erheblich. Saisonspitzen rund um das Jahresende, Aktionszeiträume oder kurzfristige Nachfrageschübe stellen Prozesse vor andere Anforderungen als der Regelbetrieb. Automatisierte Verpackungsanlagen werden in diesem Zusammenhang vor allem daran gemessen, wie stabil sie unter hoher Last laufen, wie flexibel sie unterschiedliche Formate verarbeiten und wie gut sie sich in bestehende Prozessketten integrieren lassen.

Der Dortmunder Messeauftritt von Packsize zielt genau auf diesen Zusammenhang. Das Unternehmen kündigt nicht nur eine Maschinenpräsentation an, sondern auch Einblicke in konkrete Einsatzszenarien. Besucher sollen sich vor Ort über Funktionsweisen, Anwendungsfälle und die Einbindung der Systeme in unterschiedliche Logistikumgebungen informieren können. Das ist insofern relevant, als Investitionsentscheidungen in der Verpackungsautomatisierung selten aus einer abstrakten Technologiebetrachtung entstehen. Entscheidend ist, wie ein System im Zusammenspiel mit vorhandener Fördertechnik, IT, Personalstruktur und Auftragsprofil arbeitet.


Verpackungsautomatisierung
Philipp Venjakob, Vice President European Sales bei Packsize. Foto: Packsize

Aussage des Unternehmens zur Teilnahme in Dortmund

Philipp Venjakob, Vice President European Sales bei Packsize, ordnet den Auftritt in Dortmund wie folgt ein: „Die Teilnahme am Test Camp Intralogistics ist für uns ein wichtiges Event, um unsere Lösungen dort vorzustellen, wo Innovation und Praxis aufeinandertreffen.“ Er ergänzt: „Wir möchten zeigen, wie unsere On Demand Verpackungssysteme entscheidend dazu beitragen, Logistikketten effizienter, nachhaltiger und wirtschaftlicher zu gestalten – und das am besten im direkten Dialog mit Anwendern und Entscheidern aus der Branche.“

Er verweist damit auf einen Punkt, der auch über den einzelnen Messeauftritt hinaus relevant ist. Verpackungsautomatisierung wird in der Branche zunehmend nicht allein als Maschinenthema betrachtet, sondern als Teil einer umfassenderen Prozessorganisation. Entscheider erwarten nachvollziehbare Aussagen dazu, wie sich Technik in laufende Abläufe einfügt, welche Einsparpotenziale realistisch sind und welche Anforderungen sich für Materialversorgung, Softwareanbindung oder Bedienkonzepte ergeben. Veranstaltungen mit Test- und Dialogcharakter bieten dafür einen anderen Rahmen als reine Produktpräsentationen.

Ein Markt zwischen Automatisierung und Anpassungsdruck

Packsize beschreibt sich als international tätiger Anbieter für Verpackungsautomatisierung mit Schwerpunkt auf bedarfsgerechten Verpackungssystemen. Das Unternehmen ist seit 2002 mit On-Demand-Verpackungslösungen am Markt aktiv und verweist auf Aktivitäten in Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum. Der Hauptsitz liegt in Salt Lake City, die Europazentrale in Amsterdam. Diese Einordnung ist für den Dortmunder Auftritt nicht nebensächlich, weil sie zeigt, dass das Thema passgenaue Verpackung längst nicht mehr nur als Speziallösung für einzelne Versandprofile verhandelt wird, sondern als Teil eines international geführten Automatisierungsmarktes.

Für die Intralogistik insgesamt ist das ein aufschlussreicher Befund. Nach der LogiMAT bleibt sichtbar, dass viele Unternehmen ihre Prozesse stärker vom Ende der Kette her denken: vom Versand, von der Paketdichte, vom Materialverbrauch und von regulatorischen Anforderungen. Verpackungstechnik rückt dadurch näher an die strategische Prozessplanung heran. Das Test Camp Intralogistics 2026 in Dortmund liefert dafür einen weiteren Beobachtungspunkt. Packsize nutzt die Veranstaltung, um seine Systeme in diesem Kontext zu positionieren. Für Fachbesucher dürfte dabei weniger die isolierte Maschinenleistung im Vordergrund stehen als die Frage, wie sich Verpackungsautomatisierung in realen Logistikstrukturen belastbar umsetzen lässt.