BU: Hyster führt für seine Gabelstapler ein speziell entwickeltes System mit Lithium-Ionen-Batterien und Ladegeräten ein. Foto: Hyster

Lithium-Ionen-Batterien für Gabelstapler stehen im Fokus einer Neuentwicklung von Hyster, bei dem Batterie, Ladegerät und Fahrzeug als zusammenhängendes System verstanden wird. Der Hersteller bringt dafür Lithium-Ionen-Batterien und Ladegeräte auf den Markt, die speziell für Hyster-Stapler konzipiert wurden und gemeinsam mit den jeweiligen Fahrzeugen umfangreiche Tests durchlaufen haben. Ziel dieses integrierten Ansatzes ist es, die Interoperabilität zwischen den Komponenten sicherzustellen und Risiken zu vermeiden, die aus nicht aufeinander abgestimmten Batteriesystemen resultieren können. Für Betreiber bedeutet das eine klar definierte Systemverantwortung und eine technische Grundlage, die auf den realen Einsatz in Industrie und Logistik ausgerichtet ist.


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Integrierte Systemarchitektur statt isolierter Komponenten

Die Entwicklung der neuen Energiesysteme folgt dem Prinzip, Batterie, Ladegerät und Stapler nicht als austauschbare Einzelkomponenten zu betrachten, sondern als funktionale Einheit. Diese Perspektive spiegelt sich auch in der Einschätzung von Ken Schreiber wider. „Betriebe müssen darauf vertrauen können, dass ihr Fuhrpark die bestmögliche Leistung erbringt. Die Maximierung der Betriebszeit und die Vermeidung von Störungen haben oft entscheidende Bedeutung“, sagt der Senior Product Director, Electrical Energy Solutions bei Hyster. „Die nahtlose Integration von Batterie, Ladegerät und Stapler bietet eine Lösung, die auf Langlebigkeit ausgelegt ist, Sicherheit in anspruchsvollen Industrieanwendungen gewährleistet und die Leistung bereitstellt, die Kunden von Hyster erwarten.“

Mit dieser Aussage beschreibt Schreiber den Kern der Entwicklungsstrategie. Statt sich auf nachträglich integrierte Drittanbieter-Lösungen zu verlassen, setzt Hyster auf eine abgestimmte Systemarchitektur, bei der Schnittstellen, Sicherheitsfunktionen und Leistungsparameter bereits im Entwicklungsprozess definiert werden. Das reduziert technische Unschärfen und vereinfacht die Inbetriebnahme im betrieblichen Alltag.


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Lithium-Eisenphosphat als technologische Basis

Technologisch basieren die neuen Lithium-Ionen-Batterien auf Lithium-Eisenphosphat, kurz LFP. Diese Zellchemie ist für ihre hohe thermische Stabilität und ihre vergleichsweise lange Lebensdauer bekannt. Gerade bei intensiven Arbeitseinsätzen mit erhöhten Umgebungstemperaturen spielt diese Eigenschaft eine zentrale Rolle. Die Batterien sind wartungsfrei ausgelegt und in unterschiedlichen Größen und Kapazitäten verfügbar, sodass sich sowohl bestehende Flotten ausstatten als auch spätere Umrüstungen realisieren lassen.

Die Leistungscharakteristik der LFP-Batterien ist darauf ausgelegt, die Anforderungen industrieller Einsätze abzudecken. Die Energie steht unmittelbar für Hub- und Fahrbewegungen zur Verfügung, während der Betrieb im Vergleich zu verbrennungsmotorischen Antrieben deutlich leiser ausfällt. Hyster gibt an, dass die Stapler mit den neuen Batterien eine Leistung erreichen, die mit entsprechenden Modellen mit Verbrennungsmotor vergleichbar ist. Gleichzeitig erweist sich die LFP-Konfiguration bei hohen Betriebstemperaturen als stabil und temperaturtolerant, was insbesondere in Mehrschichtbetrieben relevant ist.

Ladeprozesse, Sicherheit und Bedienbarkeit

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung liegt auf dem Ladevorgang. Die Batterie- und Ladegerätesysteme sind so ausgelegt, dass das Laden schnell und unkompliziert erfolgen kann. Bediener schließen das System direkt an, ohne die Motorhaube öffnen zu müssen. Die Anschlüsse sind leicht zugänglich, was die Handhabung vereinfacht und Fehlbedienungen reduziert. Integrierte Sensoren sorgen dafür, dass der Stapler während des Ladevorgangs nicht betrieben werden kann. Damit lassen sich betriebliche Sicherheitsverfahren leichter einhalten, ohne zusätzliche organisatorische Maßnahmen einzuführen.

Die Ladegeräte können zusammen mit dem Stapler ab Werk bestellt werden. Kompatibel sind unter anderem Elektrostapler der A- und UT-Serie von Hyster sowie Schubmaststapler, Gabelhubwagen, Gabelhochhubwagen und ausgewählte industrielle Lagertechnikstapler. Diese Werksintegration verkürzt Projektlaufzeiten und stellt sicher, dass die Energiesysteme bereits bei der Auslieferung aufeinander abgestimmt sind.


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Digitale Transparenz und Flottenmanagement

Über die reine Energieversorgung hinaus bieten die neuen Lithium-Ionen-Batterien für Gabelstapler zusätzliche Funktionen im Bereich der Datenverfügbarkeit. Die Batterien kommunizieren direkt mit dem Stapler und liefern Dateneinblicke in Echtzeit. Frühzeitige Warnungen und Alarmmeldungen informieren über kritische Faktoren wie Batterietemperatur und Ladestand. Das System ist mit der Hyster-Tracker-Telemetrie kompatibel, wodurch Fuhrparkmanager Zugriff auf dynamische Betriebsdaten erhalten.

Diese Transparenz unterstützt eine vorausschauende Planung von Wartungsarbeiten und hilft, ungeplante Stillstände zu reduzieren. Nach der Inbetriebnahme bleiben Batterie- und Ladesystem intelligent miteinander verbunden, was die langfristige Überwachung und Analyse des Energieeinsatzes erleichtert. Die Kombination aus Hardwareintegration und digitaler Auswertung schafft damit eine Grundlage für ein strukturiertes Energiemanagement im Flottenbetrieb.

Lithium-Ionen-Batterien für Gabelstapler: Service, Support und Gewährleistung

Ergänzt wird das technische Konzept durch ein Service- und Supportangebot über das Netzwerk der Hyster-Vertriebspartner. Lokale Händler stellen für die jeweilige Anwendung die passende Kombination aus Stapler, Batterie und Ladegerät zusammen und begleiten die Einführung im Betrieb. Für die neuen Batterie- und Ladelösungen ist eine umfassende Garantie von bis zu 10.000 Stunden vorgesehen. Damit unterstreicht Hyster den Anspruch, eine langfristig ausgelegte und kompatible Lösung bereitzustellen, die sich in anspruchsvollen industriellen Umgebungen bewähren soll.

Weitere Informationen unter www.hyster.com.