BU: Richard Bozem, Senior Strategy and Portfolio Manager Counterbalance Trucks bei Linde MH, bekam den Preis zum „PRODUKT DES JAHRES 2026“ in der Kategorie „Flurförderzeuge“ überreicht. Foto: Pelemedia GmbH
Flurförderzeuge gehören zu den zentralen Arbeitsmitteln moderner Lager- und Produktionslogistik. Sie bewegen Waren, strukturieren Materialflüsse und prägen damit die Effizienz ganzer Logistiksysteme. Bei der Leserwahl „materialfluss PRODUKT DES JAHRES 2026“ stand diese Fahrzeugklasse erneut im Mittelpunkt. In der Kategorie „Flurförderzeuge“ setzte sich der sichtoptimierte Elektrostapler Linde-Xi-Roadster von Linde Material Handling durch.
Die Wahl wird jährlich von der Pelemedia GmbH organisiert und richtet sich an Fachleute aus Industrie, Logistik und Handel. Zwischen Anfang Dezember 2025 und Ende Januar 2026 konnten Leserinnen und Leser in einem Online-Voting über ihre Favoriten abstimmen. Insgesamt 32 Produkte und Projekte aus fünf Kategorien standen zur Auswahl.
In der Kategorie „Flurförderzeuge“ konkurrierte Linde Material Handling mit sechs weiteren Innovationen. Neben klassischen Gabelstaplern waren auch Lösungen aus den Bereichen Routenzüge, Hubwagen, Anbaugeräte sowie fahrerlose Transportfahrzeuge und autonome mobile Roboter vertreten. Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten der Roadster-Version der neuen Elektrostapler-Baureihe im Traglastbereich bis zwei Tonnen.
Die Preisverleihung fand am 5. März in München statt. Für Linde Material Handling nahm Richard Bozem, Senior Strategy and Portfolio Manager bei Linde Material Handling, die Auszeichnung entgegen. Dabei betonte er die Bedeutung der Anerkennung durch die Leser der Fachzeitschrift materialfluss. „Wir bedanken uns bei allen, die für dieses einzigartige Staplermodell gestimmt haben. Es ist eine tolle Anerkennung für alle Mitarbeitenden bei Linde MH, die dieses außergewöhnliche Fahrzeug mit sehr viel Herzblut entwickelt haben.“ Das Zitat stammt von Richard Bozem, Senior Strategy and Portfolio Manager bei Linde Material Handling.
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Ein Staplerkonzept mit erweitertem Sichtfeld
Der ausgezeichnete Linde-Xi-Roadster gehört zur neuen Generation elektrischer Gegengewichtsstapler des Herstellers. Das auffälligste Merkmal des Fahrzeugs ist seine Konstruktion ohne klassische A-Säulen. Diese Bauweise verändert das Sichtfeld des Fahrers deutlich und soll insbesondere bei präzisen Fahr- und Hubbewegungen Vorteile bieten.
In konventionellen Staplerkabinen können A-Säulen das Blickfeld teilweise einschränken. Beim Roadster-Konzept wurde diese Konstruktion durch eine alternative Struktur ersetzt. Möglich wird dies durch obenliegende Neigezylinder, die eine andere Anordnung zentraler Bauteile erlauben.
Das Ergebnis ist eine Kabinenarchitektur mit deutlich größeren Sichtfenstern. Zusätzlich tragen weitere konstruktive Details zur verbesserten Übersicht bei. Dazu gehört ein abgesenktes Stirnblech im Frontbereich, das die Sicht auf die Gabelzinken erleichtert. Schlanke B-Säulen unterstützen die Orientierung beim Rückwärtsfahren.
Ergänzend kann eine Dachscheibe aus Panzerglas installiert werden. Sie ermöglicht dem Fahrer einen besseren Blick auf angehobene Lasten. Gleichzeitig erfüllt die Kabinenkonstruktion weiterhin die Anforderungen an den Schutz vor herabfallenden Gütern.
Die Entwickler verfolgen damit einen Ansatz, der Sicherheit und Produktivität miteinander verbindet. Eine bessere Sicht reduziert potenzielle Gefahren im Arbeitsumfeld und erleichtert zugleich präzise Fahrmanöver.
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Ergonomie und Bedienkonzepte im Wandel
Neben der Sichtoptimierung spielt auch die Ergonomie des Fahrerarbeitsplatzes eine wichtige Rolle bei der Konstruktion moderner Flurförderzeuge. Im Linde-Xi-Roadster wird dieser Ansatz unter anderem durch alternative Steuerkonzepte sichtbar.
Optional kann das klassische Lenkrad durch ein Mini-Wheel oder einen Joystick ersetzt werden. Diese Lösung wird unter der Bezeichnung Linde Steer Control angeboten. Das System verändert die Art, wie Fahrer das Fahrzeug lenken, und schafft gleichzeitig zusätzlichen Raum im Fahrerbereich.
Die Entwickler verfolgen damit zwei Ziele. Zum einen soll die Bedienung ergonomischer werden. Zum anderen bleibt der Blick auf Last und Fahrweg möglichst frei.
Ergonomie hat in der Intralogistik eine zunehmende Bedeutung. Fahrer verbringen oft viele Stunden pro Tag auf ihren Fahrzeugen. Eine gute Arbeitsplatzgestaltung kann daher zur Reduzierung von Belastungen beitragen und gleichzeitig die Präzision bei Fahrbewegungen verbessern.
Elektrische Antriebstechnologie und kompakte Bauweise
Der Linde-Xi-Roadster basiert technisch auf der Standardversion der neuen Elektrostapler-Baureihe des Herstellers. Ein zentrales Merkmal ist die integrierte Lithium-Ionen-Batterie. Diese Bauweise erlaubt kompakte Fahrzeugabmessungen und schafft gleichzeitig zusätzlichen Raum im Fahrerbereich.
Der Arbeitsplatz im Fahrzeug bietet dadurch mehr Bein- und Kopffreiheit. Auch das Ein- und Aussteigen wird durch eine großzügige Trittstufe erleichtert. Solche Details wirken auf den ersten Blick unscheinbar, spielen im täglichen Einsatz jedoch eine wichtige Rolle.
Für den Antrieb setzt der Hersteller auf Synchron-Reluktanz-Motoren. Diese Motoren kombinieren elektrische Effizienz mit hoher Leistungsfähigkeit. Sie ermöglichen dynamische Beschleunigungsvorgänge und tragen dazu bei, dass das Fahrzeug auch bei anspruchsvollen Anwendungen stabile Resttragfähigkeiten erreicht.
Der Einsatz elektrischer Antriebssysteme hat sich in vielen Bereichen der Intralogistik etabliert. Neben geringeren lokalen Emissionen bieten sie Vorteile bei Wartung und Energieeffizienz. Gleichzeitig lassen sich elektrische Stapler zunehmend auch in Leistungsbereichen einsetzen, die früher Verbrennungsmotoren vorbehalten waren.
Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Logistikprozesse
Ein weiteres Merkmal moderner Flurförderzeuge ist ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Einsatzszenarien. Auch der Linde-Xi-Roadster folgt diesem Ansatz.
Die Fahrzeuge können mit zahlreichen Ausstattungsoptionen konfiguriert werden. Dadurch lassen sie sich an verschiedene Anforderungen in Lager, Produktion oder Distribution anpassen. Dazu gehören beispielsweise unterschiedliche Mastvarianten, Fahrerassistenzsysteme oder spezielle Kabinenausstattungen.
Auch Serviceaspekte wurden bei der Konstruktion berücksichtigt. Wartungsfreundliche Baugruppen sollen dazu beitragen, Stillstandzeiten zu reduzieren. Gleichzeitig können solche Konzepte langfristig Auswirkungen auf Betriebskosten und Nachhaltigkeitsaspekte haben.
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Ein Unternehmen mit langer Intralogistik-Tradition
Linde Material Handling gehört zu den etablierten Anbietern von Lösungen für Materialfluss und Lagertechnik. Das Unternehmen ist Teil der KION Group und weltweit tätig. In den Jahren von 2022 bis 2024 lag der durchschnittliche Jahresumsatz bei rund 5,23 Milliarden Euro.
Das Unternehmen verfügt über ein internationales Netzwerk aus Vertriebs- und Servicestandorten. Rund 9.700 Verkaufs- und Servicemitarbeitende sowie zahlreiche Netzwerkpartner betreuen Kunden an etwa 700 Standorten auf verschiedenen Kontinenten.
Im Verlauf seiner mehr als ein Jahrhundert umfassenden Unternehmensgeschichte hat sich Linde Material Handling von einem klassischen Staplerhersteller zu einem Anbieter umfassender Materialflusslösungen entwickelt. Das Portfolio reicht von Gegengewichtsstaplern bis 18 Tonnen über manuelle Lagertechnikgeräte bis hin zu automatisierten Systemlösungen.
Hinzu kommen mobile Roboter, explosionsgeschützte Flurförderzeuge sowie Softwarelösungen und Beratungsleistungen. Damit spiegelt das Unternehmen eine Entwicklung wider, die für viele Anbieter der Intralogistikbranche typisch ist. Fahrzeuge, Automatisierung und digitale Steuerung wachsen zunehmend zusammen.
Bedeutung der Leserwahl für die Branche
Auszeichnungen wie das „materialfluss PRODUKT DES JAHRES“ spiegeln nicht nur technische Innovationen wider, sondern auch die Wahrnehmung der Branche. Die Leserwahl basiert auf den Stimmen von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft.
Damit entsteht ein Stimmungsbild darüber, welche Entwicklungen in der Intralogistik derzeit besonders aufmerksam verfolgt werden. Die Auszeichnung des Linde-Xi-Roadster zeigt, dass Themen wie Sichtoptimierung, Ergonomie und elektrische Antriebstechnologie weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Solche Aspekte betreffen nicht nur einzelne Fahrzeugmodelle. Sie stehen exemplarisch für eine Entwicklung, bei der sich Flurförderzeuge zunehmend zu integrierten Elementen digitaler Materialflusssysteme entwickeln.
Während früher vor allem mechanische Leistungsdaten im Vordergrund standen, gewinnen heute Faktoren wie Fahrerassistenz, ergonomische Bedienung und Systemintegration an Bedeutung. Die Weiterentwicklung von Flurförderzeugen spiegelt damit den Wandel der gesamten Intralogistik wider.




