BU: Dieser Elektro-Manipulator sorgt für den sicheren Transport schwerer Coils mit wechselnden Durchmessern sowie deren Montage. Foto: Genkinger

Maßgeschneiderte Intralogistiklösungen bilden den zentralen Leitgedanken des Messeauftritts von Genkinger auf der LogiMAT 2026. In Halle 10, Stand 10C31, macht das Unternehmen deutlich, dass innerbetriebliche Transportaufgaben mit hohen Lasten, besonderen Geometrien oder anspruchsvollen Umgebungsbedingungen häufig nicht mit serienmäßigen Flurförderzeugen zu bewältigen sind. Stattdessen erfordern sie eine detaillierte Betrachtung der Prozesse, der Lastdaten und der Einsatzumgebung, aus der sich spezifische technische Konzepte ableiten lassen.


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Intralogistische Anforderungen jenseits von Standardlösungen

Ob schwere Coils, empfindliche großvolumige Maschinenteile oder wiederkehrende Transporte in industriellen Produktionsumgebungen: Die gezeigten Fahrzeuge verdeutlichen, dass sich intralogistische Herausforderungen je nach Branche und Anwendung erheblich unterscheiden. Genkinger positioniert seine Lösungen dabei konsequent als Ergebnis einer vorgelagerten Analyse. Grundlage ist stets eine systematische Untersuchung von Gewicht, Abmessungen, Schwerpunktlage, Handhabungsanforderungen und Umgebungsfaktoren wie Bodenbeschaffenheit oder Platzverhältnissen.

„Unsere Fahrzeuge entstehen immer aus einer präzisen Prozess- und Lastenanalyse heraus“, sagt Richard Ludwig, Geschäftsführer von Genkinger. „Gewicht, Abmessungen, Form und Umgebungsbedingungen bestimmen die Technik.“
Diese Herangehensweise bildet den Rahmen für alle auf der Messe präsentierten Exponate und unterstreicht den Anspruch, maßgeschneiderte Intralogistiklösungen nicht als Sonderfall, sondern als methodischen Standard zu verstehen.


Maßgeschneiderte Intralogistiklösungen
Mit dem Elektro-Geh-Hochhubwagen – hier als Fahrersitz-Ausführung – werden Reifen oder andere Baumaschinenteile aufgenommen. Foto: Genkinger

Elektro-Coil-Manipulator für schwere Coils bis 5.000 Kilogramm

Ein zentrales Exponat auf der LogiMAT 2026 ist ein Elektro-Coil-Manipulator für den innerbetrieblichen Transport schwerer Coils. Das Fahrzeug ist für Lasten mit Gewichten bis zu 5.000 Kilogramm und Durchmessern zwischen 800 und 1.500 Millimetern ausgelegt. Die Coilaufnahme erfolgt stehend und formschlüssig über konkave Prismengabelzinken, ergänzt durch einen hydraulischen Niederhalter. Dieses Aufnahmekonzept sorgt für eine definierte Fixierung der Last während des Transports und reduziert Bewegungen des Coils auf ein kontrollierbares Maß.

Der Manipulator übernimmt nicht nur den reinen Transport, sondern auch die Übergabe der Coils an nachgelagerte Produktionsmaschinen. Damit wird der innerbetriebliche Materialfluss an einer sensiblen Schnittstelle unterstützt, an der Positioniergenauigkeit und Prozesssicherheit eine zentrale Rolle spielen. Feinfühlige Proportionalhydraulik in Kombination mit einer elektrischen Servolenkung ermöglicht es dem Bedienpersonal, die Last präzise zu manövrieren. Eine ergonomisch ausgelegte Multifunktions-Fahrdeichsel trägt dazu bei, auch bei häufigen Fahr- und Positionierbewegungen eine kontrollierte Handhabung zu gewährleisten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Einsatzbedingungen beim Kunden. In Produktionsbereichen mit gelegentlich öligen Betonböden wirken sich Bodenhaftung und Anfahrverhalten unmittelbar auf die Sicherheit aus. „Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme haben wir Tractothan-Reifen empfohlen. Sie erhöhen die Bodenhaftung, verbessern die Anfahreigenschaften und reduzieren den Schlupf“, erklärt Harald Harter, Key Account und Project Manager bei Genkinger.
Gerade beim Handling von Stahl-, Aluminium- und Kupfer-Coils sind kontrollierte Bewegungsabläufe entscheidend, um Materialbeschädigungen zu vermeiden und den Personenschutz sicherzustellen.


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Elektro-Geh-Hochhubwagen als flexibler Manipulator

Ein weiteres Beispiel für maßgeschneiderte Intralogistiklösungen ist ein Elektro-Geh-Hochhubwagen, der für das Handling unterschiedlichster Lasten aus dem Baumaschinenbereich ausgelegt ist. Das Fahrzeug ermöglicht die Aufnahme von Reifen mit Durchmessern bis zu 1.770 Millimetern und Gewichten bis 700 Kilogramm. Dabei können die Lasten sowohl liegend auf Palette als auch stehend direkt vom Boden aufgenommen werden. Diese Flexibilität adressiert typische Anforderungen in Montage- und Bereitstellprozessen, bei denen wechselnde Lastformate und -positionen den Arbeitsalltag prägen.

Technisch unterstützt wird das Handling durch Dreh-, Neige- und Seitenverschiebefunktionen, die eine positionsgenaue Ausrichtung der Bauteile erlauben. Eine Funkfernbedienung erweitert den Bedienradius und ermöglicht es, Lasten aus einer günstigen Sichtposition heraus zu bewegen. In Verbindung mit feinfühliger Proportionalhydraulik lassen sich Bewegungen kontrolliert und reproduzierbar ausführen. Damit eignet sich der Elektro-Geh-Hochhubwagen insbesondere für Prozesse, in denen Bauteile häufig neu ausgerichtet oder in unterschiedliche Arbeitsschritte integriert werden müssen.


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Prozessorientierte Auslegung als Leitprinzip

Die auf der LogiMAT 2026 gezeigten Fahrzeuge verdeutlichen, dass maßgeschneiderte Intralogistiklösungen nicht allein durch technische Leistungsdaten definiert sind. Entscheidend ist vielmehr die enge Verzahnung von Technik, Prozess und Arbeitsumgebung. Durch die Kombination aus Lastanalyse, ergonomischer Auslegung und anwendungsspezifischer Ausstattung entstehen Transportlösungen, die sich in bestehende Abläufe integrieren lassen und dabei reproduzierbare Bewegungs- und Sicherheitsstandards unterstützen.

Genkinger zeigt mit seinem Messeauftritt, wie sich individuelle Transporttechnik systematisch aus konkreten Anforderungen ableiten lässt. Die Exponate in Halle 10, Stand 10C31, stehen damit exemplarisch für einen Ansatz, bei dem Intralogistik als integraler Bestandteil industrieller Wertschöpfung verstanden wird.