BU: SSI Schäfer erhält den Best of Industry Award in der Kategorie „Nachhaltigkeit“. Ausgezeichnet wird das nachhaltige und hochautomatisierte Distributionszentrum für Coop in Eskilstuna. V. l. n. r.: Patrik Danielsson – Head of Warehouse Operations bei Coop Logistik AB, Mattias Hjerpe Persson – Head of Operations Control bei Coop Logistik AB, Andreas Hümmer – GU-Projektmanager Realisation bei SSI Schäfer und Ralf Bleifuß – Vice President Global Strategic Projects bei SSI Schäfer. Foto: Sebastian Human/VCG

Automatisierte Lebensmittellogistik spielt eine immer wichtigere Rolle in der Organisation großer Handelsketten. Steigende Anforderungen an Liefergeschwindigkeit, Produktverfügbarkeit und Nachhaltigkeit führen dazu, dass Handelsunternehmen ihre Distributionsstrukturen zunehmend automatisieren und zentralisieren. Ein Beispiel dafür ist das Distributionszentrum des schwedischen Handelsunternehmens Coop im Standort Eskilstuna.

Die Anlage wurde von SSI Schäfer als Generalunternehmer realisiert und bildet heute einen zentralen Knotenpunkt für die Versorgung zahlreicher Filialen. Vom Wareneingang über Lagerung und Kommissionierung bis hin zum Versand sind nahezu alle Prozesse in das automatisierte Logistikkonzept integriert. Rund 95 Prozent der Kommissionierprozesse werden im Betrieb automatisiert abgewickelt.

Dieses Konzept wurde nun gleich zweimal von Branchenjurys gewürdigt. Das Distributionszentrum erhielt sowohl den Best of Industry Award als auch den reta Award des EHI Retail Institute. Beide Auszeichnungen gelten in der Logistik- und Handelsbranche als bedeutende Anerkennungen für innovative Projekte im Bereich Lieferketten und Intralogistik.


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Distributionszentrum als logistisches Rückgrat des Handels

Das Distributionszentrum in Eskilstuna übernimmt eine zentrale Rolle in der Logistikstrategie von Coop. Die Anlage ist darauf ausgelegt, große Warenmengen effizient zu verarbeiten und gleichzeitig unterschiedliche Temperaturbereiche zu berücksichtigen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts besteht darin, verschiedene Lagerbereiche in einem zentralen Standort zusammenzuführen. Besonders relevant ist dabei die Konsolidierung von sogenannten Ambient- und Chilled-Bereichen. Diese Bereiche stehen für unterschiedliche Temperaturanforderungen von Lebensmitteln und anderen Produkten.

Durch die Bündelung dieser Lagerbereiche an einem Standort lassen sich Transportwege zwischen verschiedenen Lagern reduzieren. Dadurch sinkt nicht nur der logistische Aufwand, sondern auch der Energieverbrauch in der Lieferkette. Gleichzeitig können Warenströme zentral gesteuert und effizienter organisiert werden.

Die Anlage bildet damit ein Beispiel für die zunehmende Zentralisierung logistischer Strukturen im Lebensmittelhandel. Große Distributionszentren übernehmen dabei eine Schlüsselrolle, weil sie mehrere kleinere Lagerstandorte ersetzen können.


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Automatisierte Lebensmittellogistik: Nachhaltigkeitsaspekte im Logistikkonzept

Ein wichtiges Element des Projekts ist die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Logistikplanung. Dies war auch ein zentraler Grund dafür, dass das Distributionszentrum mit dem Best of Industry Award ausgezeichnet wurde.

Der Preis wird jährlich an Industrieprojekte vergeben, die technologische Innovation mit messbaren Effizienzsteigerungen verbinden. In der aktuellen Leserwahl beteiligten sich rund 25.000 Stimmen an der Abstimmung in insgesamt 19 Kategorien.

In der Kategorie Nachhaltigkeit überzeugte das Projekt durch mehrere Faktoren. Ein wesentlicher Beitrag zur Emissionsreduzierung ergibt sich aus der Zusammenlegung verschiedener Lagerbereiche in einem zentralen Logistikstandort. Dadurch werden Transportbewegungen reduziert.

Darüber hinaus verfügt das Distributionszentrum über eine große Photovoltaikanlage. Sie gilt als eine der größten Anlagen dieser Art in Schweden und deckt etwa ein Drittel des Strombedarfs der Anlage ab. Der verbleibende Energiebedarf wird durch erneuerbare Energiequellen gedeckt.

Damit wird das gesamte Distributionszentrum mit Strom aus nachhaltigen Energiequellen betrieben. Diese Kombination aus energieeffizienter Infrastruktur und optimierten Transportstrukturen soll zu einer klimafreundlicheren Logistik beitragen.


Automatisierte Lebensmittellogistik
Die Auszeichnung des reta Award in der Kategorie „Supply Chain Excellence“ geht an Coop; SSI Schäfer wird dabei als technologischer Umsetzungspartner mit dem Titel „Top Supplier Retail“ gewürdigt. V. l. n. r.: Ralf Bleifuß – Vice President Global Strategic Projects bei SSI Schäfer, Patrik Danielsson – Head of Warehouse Operations bei Coop Logistik AB, Örjan Grandin – CEO bei Coop Logistik AB. Foto: SSI SCHÄFER

Automatisierung als Grundlage effizienter Materialflüsse

Neben den Nachhaltigkeitsaspekten spielt auch der hohe Automatisierungsgrad eine wichtige Rolle für die Leistungsfähigkeit des Distributionszentrums. Automatisierte Kommissioniersysteme und digitale Steuerungssysteme sorgen dafür, dass Warenströme effizient verarbeitet werden können.

Die Automatisierung ermöglicht eine stabile Organisation des Materialflusses innerhalb der Anlage. Gleichzeitig lassen sich große Mengen an Waren in kurzer Zeit bearbeiten. Für Handelsunternehmen ist dies besonders relevant, weil sie täglich zahlreiche Filialen mit unterschiedlichen Sortimenten beliefern müssen.

Die Integration verschiedener automatisierter Systeme sorgt dafür, dass der gesamte Materialfluss vom Wareneingang bis zum Versand digital gesteuert werden kann. Dadurch lassen sich logistische Prozesse besser planen und überwachen.

Diese technologische Infrastruktur war ein entscheidender Faktor für die zweite Auszeichnung des Projekts. Coop erhielt für das Distributionszentrum den reta Award in der Kategorie „Supply Chain Excellence“.


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Anerkennung durch den reta Award

Der reta Award wird vom EHI Retail Institute vergeben und gehört zu den bekannten Auszeichnungen für technologische Innovationen im Handel. Der Preis würdigt Projekte, die digitale Technologien erfolgreich in operative Handelsprozesse integrieren und messbare Verbesserungen in der Lieferkette erreichen.

Das Distributionszentrum in Eskilstuna wurde für seine Rolle bei der Optimierung logistischer Prozesse ausgezeichnet. Die Kombination aus automatisierten Kommissioniersystemen, stabilen Materialflüssen und reduzierten Transportvolumen ermöglicht eine leistungsfähige Lieferkettenstruktur.

Für SSI Schäfer bedeutet die Auszeichnung zugleich eine Anerkennung als Technologiepartner im Handelsumfeld. Das Unternehmen wurde im Zusammenhang mit der Auszeichnung als „Top Supplier Retail“ gewürdigt.

Bedeutung automatisierter Logistik für den Lebensmittelhandel

Die Entwicklung des Distributionszentrums zeigt, wie sich die Anforderungen an Logistik im Lebensmittelhandel verändern. Filialnetze werden größer, Sortimente umfangreicher und Lieferketten komplexer.

Gleichzeitig wächst der Druck, logistische Prozesse nachhaltiger zu gestalten. Energieverbrauch, Transportvolumen und Flächennutzung rücken stärker in den Fokus von Unternehmen und Öffentlichkeit.

Automatisierte Intralogistik kann in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen. Sie ermöglicht eine präzisere Steuerung von Materialflüssen und eine effizientere Nutzung von Ressourcen.

Peter Lambrecht, Global Head of Sales Logistics Solutions bei SSI Schäfer, beschreibt die Bedeutung solcher Projekte folgendermaßen: „Die beiden Auszeichnungen zeigen, welchen Unterschied innovative, intelligent integrierte Intralogistiklösungen heute für ganze Lieferketten machen können. Bei Coop haben wir gemeinsam eine Anlage realisiert, die Nachhaltigkeit, Skalierbarkeit und maximale Prozessstabilität verbindet – ein echtes Zukunftsmodell für den Lebensmittelhandel,“ sagt er.

Mit dem Distributionszentrum in Eskilstuna entsteht damit ein Beispiel dafür, wie automatisierte Logistiksysteme zur Transformation von Lieferketten beitragen können. Die Kombination aus Automatisierung, Energieeffizienz und digitaler Prozesssteuerung zeigt, welche Rolle moderne Intralogistik künftig im europäischen Handel spielen wird.