BU: Das Rumpfbeuge-Exoskelett NEXO Pro entlastet die Rückenmuskulatur bei Tätigkeiten mit wiederholtem Bücken um bis zu 30 Prozent. Foto: Schmalz
Ergonomisches Heben ist überall dort ein Thema, wo Beschäftigte regelmäßig schwere Lasten bewegen oder in gebückter Haltung arbeiten müssen. Rückenerkrankungen zählen in vielen Industriebranchen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsausfälle. Besonders wiederholtes Bücken belastet die Lendenwirbelsäule. Das betrifft beispielsweise das Be- und Entladen von Maschinen, Fliesen- und Pflasterarbeiten sowie die Montage schwerer Bauteile.
Schmalz stellt auf der Arbeitsschutz Aktuell, die vom 20. bis 22. Oktober in Stuttgart stattfindet, zwei unterschiedliche Lösungen für solche Tätigkeiten vor. Das Rumpfbeuge-Exoskelett NEXO Pro unterstützt Beschäftigte bei Arbeiten in gebückter Körperhaltung. Der akkubetriebene Saugheber Gripster max ist dagegen für das Bewegen schwerer, luftdichter Werkstücke ausgelegt.
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Ergonomisches Heben ohne Motor und Akku
Beim NEXO Pro handelt es sich um ein passives Assistenzsystem. Das Exoskelett benötigt weder einen Akku noch einen Motor. Stattdessen geben integrierte Elemente im Rahmen dem unteren Rücken Halt und leiten die dabei entstehenden Kräfte in den Beckenbereich.
Nach Angaben von Schmalz lässt sich dadurch die Muskulatur um bis zu 30 % entlasten. Sowohl der Unterstützungsgrad als auch der Zeitpunkt, an dem die Unterstützung einsetzt, können individuell eingestellt werden. Damit lässt sich das Assistenzsystem an unterschiedliche Anwender und Arbeitssituationen anpassen.
Das Rumpfbeuge-Exoskelett wiegt rund 5 kg und kann nach Herstellerangaben innerhalb weniger Sekunden an- und ausgezogen werden. Angeboten wird es in zwei Konfektionsgrößen. Die Textilelemente sind abnehmbar, können gereinigt und anschließend wiederverwendet werden. Das ist insbesondere dann relevant, wenn das Exoskelett von wechselnden Teams genutzt wird.
Der technische Ansatz unterscheidet sich damit grundlegend von aktiven Exoskeletten. Beim NEXO Pro erfolgt die Unterstützung rein passiv. Im Mittelpunkt steht die Entlastung bei Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte häufig den Oberkörper beugen und dadurch die Lendenwirbelsäule sowie die umgebende Muskulatur beanspruchen.

Saugheber bewegt Werkstücke bis 120 Kilogramm
Während das Exoskelett direkt am Körper ansetzt, übernimmt der Gripster max einen Teil der eigentlichen Lastenhandhabung. Der akkubetriebene Saugheber kann luftdichte Werkstücke mit einem Gewicht von bis zu 120 kg horizontal per Vakuum bewegen.
Als mögliche Anwendungen nennt Schmalz das Bestücken von Metallbearbeitungsmaschinen, das Positionieren von Fenstern und Fassadenelementen sowie die Montage von Photovoltaikmodulen. Voraussetzung für den Einsatz ist eine Oberfläche, an der sich das notwendige Vakuum aufbauen lässt.
Nach Herstellerangaben benötigt der Gripster max 2 s, um das Vakuum aufzubauen. Schmalz gibt an, dass dies etwa viermal schneller als bei vergleichbaren Geräten erfolgt. Die Bedienung des Saughebers erfolgt über einen einzigen Taster.
Saugplatten und weiteres Zubehör lassen sich werkzeuglos wechseln. Damit kann das Gerät an unterschiedliche Handhabungsaufgaben angepasst werden. Darüber hinaus können mehrere Gripster-max-Geräte über Kabel miteinander gekoppelt und gemeinsam gesteuert werden.
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Akkusystem soll Einsatz flexibler machen
Der Saugheber arbeitet unabhängig von einer kabelgebundenen Stromversorgung. Seine Energieversorgung erfolgt über einen Akku. Der Gripster max gehört zur CAS-Allianz, dem Cordless Alliance System. Dieser Akku-Standard ist auf eine produktübergreifende Kompatibilität ausgelegt.
Damit verfolgen die beiden auf der Arbeitsschutz Aktuell vorgestellten Systeme unterschiedliche technische Wege, um körperlich belastende Handhabungsaufgaben zu unterstützen. Beim NEXO Pro steht die passive Unterstützung des unteren Rückens bei wiederholtem Bücken im Mittelpunkt. Der Gripster max setzt dagegen unmittelbar an der Last an und nutzt Vakuumtechnik, um luftdichte Werkstücke bis 120 kg horizontal zu bewegen.
Schmalz zeigt beide Systeme vom 20. bis 22. Oktober auf der Arbeitsschutz Aktuell in Stuttgart in Halle 1 am Stand J1.001.


